Geschichtlicher Rückblick

Das Dorf Aschbach mit dem Weiler Henselhofen gehö‚rte bis zur
Franzö‚sischen Revolution zur Schicksalsgemeinschaft der Orte um
den Schaumberg, die zur Abtei Tholey gehö‚rten. Dieses 634
erstmals genannte Kloster ist das ä†lteste urkundlich belegte in
Deutschland. Aus der Schirmherrschaft der Grafen von Blieskastel,
die Ende des 13. Jahrhunderts auf die Herz‚öge von Lothringen
ğberging, entwickelte sich das Amt Schaumburg, zu dem etwa 50
Orte gehö‚rten. Im Alltag ausschlaggebend war aber die Abtei Tholey,
welche die Grundherrschaft innehatte.
Kirchlich war Aschbach bis nach dem Zweiten Weltkrieg der Pfarrei Thalexweiler zugeordnet, die wiederum bis 1793 der Abtei unterstand. Ein Teil der Gemarkung
von Aschbach gehö‚rte zu Lehensgüƒtern, die an Adelige vergeben
waren, so etwa an die Herren von S‚tern. Mit der Franzö‚sischen
Revolution und der Herrschaft Napoleons ä†nderten sich die
Verh†ätnisse grundlegend. Anstelle des Feudalsystems trat der
moderne Staat mit der Gleichheit der Büƒrger. Auch mit dem Fall
Napoleons unter der ab 1815 einsetzenden Herrschaft Preuss€ens
blieben diese Freiheiten weitgehend erhalten. Neu war nun die
Zuordnung zum Kreis Ottweiler und zur Amtsbƒrügermeisterei
Eppelborn, die bis in die 1970er Jahre erhalten bleiben sollte. Das
19. Jahrhundert war voll von Umbrüƒchen. Bis zur Industrialisierung
herrschte mit dem Pauperismus eine Zeit der Verarmung vor, wovon
etwa die Auswanderungen Zeugnis ablegen. Ab 1850 entwickelte sich dann die Saargegend zum Industrierevier, wodurch die Bewohner auf den Kohlegruben und Eisenhüƒtten Arbeit fanden und die Not ƒüberwunden wurde. Das kriegerische 20. Jahrhundert
brachte infolge zweier verlorener Weltkriege jeweils von
Deutschland getrennte Sonderentwicklungen, auf der die heutige
saarl†ändische Identität fu߀t. Die 1950er und 60er Jahre brachten
dann einen radikalen Umbruch auf allen Gebieten des d‚örflichen
Lebens. Rüƒckschauend darf der Gesichtsverlust unserer D‚rfer
durch Um- und Neubauten bedauert werden, jedoch war der Wandel
zu allen Zeiten Bestandteil der Dorfgeschichte.

(Autor: Johannes Naumann, Historiker. Der Autor hat der Veröffentlichung dieses Beitrages auf unserer Homepage zugestimmt.)

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