Der Historische Verein informiert über die Grenzsteinwanderung vom 10.04.2016

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Aschbach/Thalexweiler. 34 Wanderer trafen sich zu einer Grenzsteinwanderung auf dem Hetsch­berg, wo schon im Jahr 1535 der Zenner von Dörsdorf seine Bezirkung, d. h. Begehung um seinen Gerichtsbezirk, und zwar die Zennerei Exweiler startete. Auf dem 302 m hohen Hetschberg steht heute noch ein Dreibannstein zwischen Aschbach, Calmesweiler und Niedersaubach, der schon 1769 zwischen der Vierherrschaft Lebach und dem damaligen französischen Ort Aschbach (ab 1787 pfalz-zwei­brü­ckisch) gesetzt wurde. Die Gewanne Klockengut auf dem Wingertsberg und Auf dem Kolterrißer liegen in diesem Bannbereich. Von hier verläuft die Banngrenze, die bis 1974 die Außengrenze des Kreises Ottweiler war, gerade nach Norden bis nach Höchsten.

Der erste erhaltene Hoheitsgrenzstein des 16 km langen Grenzzugs, der 1791 vom damaligen Herzogtum Pfalz-Zweibrücken von Bettingen bis nach Calmes­weiler ausgesteint wurde, steht an der Viehweide des Nikolaushofs auf dem Gewann Auf Hermel. Er trägt die Nummer 60 auf der Vorderseite, rechts die Buchstaben 4 HL für die Vierherrschaft Lebach und NRS für Niedersaubach, links die Lettern AB für Aschbach und PZ für Pfalz-Zweibrücken mit dem Pfalz-Zweibrücker Wappen sowie die Zahl 1791 für das Jahr der Aussteinung. Im Wald Matzenbösch wurde damals ein vorhandener rauer Wackenstein (Naturstein) als Grenzstein Nr. 54 verwendet.

Am Homeswald sind noch mehrere alte Grenzsteine zu finden. Der Homeswald war bis zur Französischen Revolution einer der 24 Wälder der Abtei Tholey. Am Homesbachgraben steht noch heute ein Abtsstein, das ist ein Grenzstein mit dem Abtsstab als Zeichen des abteilichen Besitzes. Seit dem 19. Jahrhundert ist der Wald in wechselndem Privatbesitz. 116 m weiter nordwärts steht der sehr gut erhaltene Hoheitsstein Nr. 46 mit den Buchstaben TEB für den Thalexweiler Bann und R für Rümmelbacher Bann. Am Aschbachgraben steht heute noch der gut erhaltene Hoheitsstein Nr. 45 am Steinbacher Bann mit den Buchstaben SB.

Die Grenze verläuft nun am Schachen vorbei hoch auf den Steinbacher Klapperberg am Zaun der Kompostieranlage (früherer Steinbruch Setz) vorbei bis nach Höchsten, auf die mit 460,2 m höchste Erhebung im Kreis Saarlouis. Vor Steffis Cafe Waldfrieden steht der Grenzstein Nr. 42 in der Nähe des Spielplatzes. Hier endete die historische Grenzsteinwanderung. Weitere Infos zu der Wanderung finden Sie in der vom Thalexweiler Heimatgeschichtsverein herausgegebenen Broschüre von Maria und Thomas Besse mit dem Titel „Historische Grenzsteine“.

 Alle Fotos wurden von Leo Willms aufgenommen.

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